Internet-Angelegenheiten
Suche

Die Online-Erfahrungen von Mädchen und Jungen verstehen

Dieses Briefing beleuchtet die Online-Sicherheit aus der Perspektive des Geschlechts. Es untersucht die Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Online-Leben von Jungen und Mädchen sowie die verschiedenen Maßnahmen, die Eltern ergreifen, um sie zu unterstützen und zu schützen.

Auf dieser Seite

Woher die Forschung kommt

Dieses Briefing stützt sich auf Daten von Digital Wellbeing Index von Internet MattersDer Digital Wellbeing Index, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung im vierten Jahr durchgeführt wird, ist eine jährliche Haushaltsbefragung in Großbritannien, an der 1,000 Kinder im Alter von 9 bis 16 Jahren und ihre Eltern teilnehmen. Er untersucht das Online-Leben der Kinder anhand von vier Wohlbefindensindikatoren: körperliches, emotionales, soziales und entwicklungsbezogenes Wohlbefinden.

Der Digital Wellbeing Index erfasst, wie sich Erfahrungen in der Online-Welt auf Kinder auswirken. Diese Erkenntnisse helfen Familien, Pädagogen, der Wirtschaft und der Regierung, wirksame und unterstützende Veränderungen umzusetzen.

Die wichtigsten Ergebnisse

  • Mädchen und Jungen verbringen zunehmend ähnliche Zeit online (beispielsweise in sozialen Medien). Unterschiede bestehen jedoch weiterhin beim Spielen.
  • Jungen und Mädchen stehen der Zeit, die sie online verbringen, im Allgemeinen positiv gegenüber und heben hervor, wie diese ihr Wohlbefinden fördert.
  • Die Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen haben sich in verschiedenen Bereichen verringert. Dazu gehört unter anderem, dass sie ähnlich häufig rassistischen, homophoben oder sexistischen Inhalten begegnen (jeweils 29 %).
  • Mädchen sind jedoch weiterhin deutlich häufiger von Online-Missbrauch und -Belästigung betroffen. 18 % der Mädchen geben an, beleidigende und verstörende Nachrichten von Bekannten erhalten zu haben, im Vergleich zu 14 % der Jungen.
  • Die größten Zuwächse in den diesjährigen Ergebnissen betreffen Jungen, die über psychische Belastungen berichten. So gaben beispielsweise 41 % der Jungen, die angaben, von Fremden kontaktiert worden zu sein, an, dadurch belastet gewesen zu sein. Im Jahr 2024 lag diese Zahl bei 28 %.
  • Trotz zunehmender Belastungen bei Jungen leiden Mädchen insgesamt weiterhin stärker unter emotionalen Belastungen. Dies gilt insbesondere für den Kontakt mit bestimmten Online-Inhalten, wie etwa sexuellen Inhalten oder solchen, die unrealistische Körperideale propagieren.
  • Mädchen wenden sich eher als Jungen an jemanden, wenn sie online Schaden erleiden.
  • Jungen sind eher als Mädchen geneigt, auf einer Plattform Maßnahmen zu ergreifen, um ihre Sicherheit zu gewährleisten.
  • Insgesamt sehen Eltern Vorteile darin, dass Kinder online sind. Beispielsweise sind Eltern von Mädchen eher der Meinung, dass die Online-Welt ihr Kind dazu anregen kann, Neues auszuprobieren (77 % im Vergleich zu 70 % der Eltern von Jungen).
  • Eltern von Mädchen sind besorgter darüber, dass ihre Kinder online Gefahren ausgesetzt sein könnten. Die Sorge vor Kontaktaufnahme durch Fremde oder vor Online-Mobbing deckt sich mit den Erfahrungen von Mädchen.
  • Eltern von Jungen machen sich besonders Sorgen um die Einsamkeit ihrer Kinder. 28 % geben an, dass sich ihre Kinder einsam fühlen, weil sie viel Zeit online verbringen – im Vergleich zu 21 % im Jahr 2024.
  • Eltern ergreifen verstärkt Maßnahmen, um Mädchen online zu unterstützen. Die Nutzung von Kindersicherungsfunktionen für Mädchen stieg von 42 % im Jahr 2023 auf 49 % im Jahr 2025. Bei Jungen blieb diese Zahl jedoch unverändert (44 %).
  • In diesem Jahr ist ein Rückgang bei den Eltern von Jungen zu verzeichnen, die angeben, ihr Kind aufzufordern, ihnen zu zeigen, was es auf seinem Gerät macht (35 % im Vergleich zu 44 % der Eltern von Mädchen).

Unsere Empfehlungen

Die Schaffung einer digitalen Welt, in der alle Kinder sich optimal entwickeln können, ist nur möglich, wenn berücksichtigt wird, wie unterschiedliche Faktoren, wie beispielsweise das Geschlecht, die Erfahrungen prägen.

Das britische Online-Sicherheitsgesetz wird dazu beitragen. Um jedoch wirksam zu sein, muss es konsequent durchgesetzt und durch weitergehende Maßnahmen von Wirtschaft, Regierung und Zivilgesellschaft ergänzt werden, um den vielfältigen Lebensrealitäten von Kindern Rechnung zu tragen.

  • Die Regierung sollte eine strenge Altersprüfung für alle Kinder vorschreiben.
  • Die Regierung sollte die Ofcom-Leitlinien zum Schutz von Frauen und Mädchen im Internet zu einem verbindlichen Verhaltenskodex machen.
  • Die Regierung muss sicherstellen, dass Schulen und Lehrer ausreichend unterstützt werden, um Medien- und Digitalkompetenz zu vermitteln.
  • Die Industrie muss dafür sorgen, dass Apps und Plattformen von Grund auf für alle Kinder sicher sind.

Lesen Sie den vollständigen Bericht

Kurzbericht zur Geschlechterkluft

Entdecken Sie die vollständige Studie zu geschlechtsspezifischen Online-Erfahrungen.
Screenshot der Seiten des Gender Gap-Berichts.
PDF Icon

Unterstützung von Eltern und Betreuern

Eltern sind die wichtigste Informationsquelle für Kinder zum Thema Online-Sicherheit und spielen daher stets eine entscheidende Rolle im Online-Leben ihrer Kinder. Die folgenden Ressourcen können dazu beitragen, das digitale Wohlbefinden von Kindern zu fördern.

schließen Video schließen
schließen Video schließen
schließen Video schließen
schließen Video schließen
schließen Video schließen

Entdecken Sie weitere Forschungs- und Politikprojekte

schließen Video schließen
schließen Video schließen
schließen Video schließen