Da die meisten Kinder schon in jungen Jahren mit Technologie in Berührung kommen, ist es für uns Eltern oder Betreuer leicht, sie als Belohnung zu nutzen. Aber sollten wir ihnen die Bildschirmzeit verkürzen oder geben, um positives Verhalten offline zu fördern? Lesen Sie unten die Gedanken von Online-Sicherheitsexperten.
Wie nutzen Sie Technologie zur Verhaltenssteuerung in Ihrem Haushalt?
In meinem Haus ist Technologie ein Werkzeug. Sie kann ein Werkzeug sein für Party & Unterhaltung von den weltberühmten DrDiamondGirls, ein Werkzeug für soziale Verbindung (zB FaceTiming mit Oma) oder ein Tool für lernen (Hilfe bei den Hausaufgaben).
Mit diesem Ansatz kann Technologie als Unterhaltungsquelle entfernt werden (so wie meine Eltern das Fernsehen einschränkten) und so zur Verhaltenssteuerung im Haushalt beitragen. Dabei ist es jedoch wichtig, differenziert vorzugehen, da Tablets und Laptops nicht „nur“ Unterhaltungsgeräte sind, sondern auch eine ganze Reihe anderer Dinge.
Sollten wir Technologie als Teil von Bestrafungs- oder Belohnungssystemen einsetzen?
Ich empfehle grundsätzlich nicht, den Zugang zu Technologie als Bedrohung oder Bedrohung zu betrachten. Betrachten Sie ihn vielmehr als ein Werkzeug.
Mehr Zeit für Unterhaltung kann durchaus eine Belohnung sein, genauso wie die Einschränkung der Zeit für Unterhaltung eine Strafe sein kann. Schwieriger wird es meiner Meinung nach jedoch, wenn Kindern der Zugang zu Technologie pauschal für alle Handlungen entzogen wird, ohne Rücksicht darauf, welche Rolle diese Technologie im Leben unserer Kinder spielt.
Nein, langfristig funktioniert das nicht. Denn durch die Nutzung von Technologie als Belohnung lernen Kinder, dass Bildschirme die „guten Dinge“ sind – der ultimative Preis. Das steigert tatsächlich ihr Verlangen nach Bildschirmzeit und erschwert es, gesunde, ausgewogene Gewohnheiten zu etablieren.
Ebenso kann das Wegnehmen von Geräten als Strafe Machtkämpfe eskalieren lassen und bringt Kindern nicht die nötigen Fähigkeiten zur Selbstregulierung bei.
Technologie wird das Leben Ihres Kindes für immer begleiten. Die Frage ist nicht, ob es Zugang dazu bekommt – sondern ob es lernt, die Technologie bewusst zu nutzen. gleichen Sie es mit anderen Aktivitäten aus und ihre Nutzung selbst zu regulieren. Das ist schwieriger zu lehren, wenn Bildschirme als ultimative Belohnung positioniert sind.
Wenn Ihre Familie mit dem aktuellen Ansatz derzeit über Wasser bleibt, verurteile ich Sie nicht. Ich möchte Sie jedoch dazu ermutigen, darüber nachzudenken, wie die Beziehung Ihres Kindes zur Technologie in fünf oder zehn Jahren aussehen soll – und ob die heutige Strategie auf diese Zukunft ausgerichtet ist.
Fazit: Kurzfristige Compliance ist nicht dasselbe wie langfristige Entwicklung. Wenn Sie Technologie zur Verhaltenssteuerung einsetzen, sollten Sie einen Plan für den schrittweisen Verzicht darauf haben.
Wenn ich Bildschirmzeit bereits als Belohnung nutze, worauf muss ich achten?
Ich verstehe, dass es schwer ist, etwas loszulassen, das im Moment funktioniert – besonders, wenn man nach einem langen Tag mit herausforderndem Verhalten zu kämpfen hat. Aber „effektiv“ auf kurze Sicht bedeutet nicht immer, dass es langfristig gesund ist. Wenn Sie diesen Ansatz beibehalten möchten, sollten Sie Folgendes beachten:
- Die EskalationsfalleWas heute funktioniert, muss morgen oft gesteigert werden. Wenn Ihr Kind derzeit mit 20 Minuten Bildschirmzeit als Belohnung zufrieden ist, braucht es dann nächste Woche 30 Minuten? Übernächste Woche 40? Möglicherweise geraten Sie in einen Teufelskreis, in dem die „Belohnung“ immer länger wird und an Wirksamkeit verliert.
- Unbeabsichtigte NachrichtenFragen Sie sich: Was lernt mein Kind über das unmittelbare Verhalten hinaus? Vielleicht lernt es, dass Technologie das Wertvollste in seiner Welt ist oder dass gutes Verhalten rein transaktional ist (ich benehme mich nur, um etwas zu bekommen). Vielleicht fällt es ihm schwer, Selbstregulierung ohne externe Belohnung zu lernen, oder es lernt, dass Bildschirme etwas sind, wonach man sich sehnt und wofür man verhandelt.
- Die Motivationsverschiebung: Untersuchungen zeigen, dass externe Belohnungen die intrinsische Motivation tatsächlich verringern können. Kinder, die sich „Bildschirmzeit verdienen“, verhalten sich möglicherweise nicht mehr gut, wenn die Belohnung nicht verfügbar ist. Sie möchten, dass Kinder sich positiv verhalten, weil es sich richtig anfühlt, und nicht, weil am Ende eine Belohnung winkt.
Was könnte ich tun, anstatt Verhalten mit Bildschirmzeit zu belohnen?
Erwägen Sie eine schrittweise Umstellung. Sie müssen nicht alles über Nacht ändern, aber versuchen Sie Folgendes:
- Reduzieren Sie die Abhängigkeit langsam – Beginnen Sie damit, die Bildschirmzeit als Routine und nicht als Belohnung zu etablieren.
- Verhalten von Technologie trennen – Gehen Sie Verhaltensprobleme direkt und mit natürlichen Konsequenzen an.
- Auswahlmöglichkeiten innerhalb von Grenzen einführen – „Du kannst zwischen 20 Minuten jetzt oder nach dem Abendessen wählen“ gibt Autonomie, ohne dass die Bildschirmzeit zu einer Belohnung wird.
- Konzentrieren Sie sich auf das „Warum“ – Helfen Sie Kindern zu verstehen, warum bestimmte Verhaltensweisen wichtig sind, und nicht nur, was sie für ihre Befolgung bekommen.