Die Erfahrung einer Jugendlichen mit digitaler Piraterie

Hannah erzählt von ihrer Erfahrung mit dem Herunterladen und Ansehen von raubkopierten Online-Inhalten und davon, wie ihr ihre Eltern geholfen haben, mit den damit verbundenen Risiken umzugehen.

Früher habe ich ziemlich viel auf YouTube gesehen, wo ich vielen Content Creators folge, und Serien auf Online-Streamingdiensten wie Netflix und Disney+ geschaut. Für Filme und Sport nutze ich Streaming-Plattformen und gelegentlich Satellitenfernsehen. Ich sehe mir die Inhalte meistens allein an, auf meinem Laptop oder Handy, aber ein paarmal die Woche sehe ich mit meiner Familie oder meinen Freunden fern, dann nutze ich auch Apple TV oder PlayStation.

Viele Fernsehserien habe ich mir auf illegalen Seiten angesehen, die ich über die Google-Suche gefunden habe. Das betraf hauptsächlich Fernseh-Shows aus den USA, die hier nicht verfügbar waren. Ich habe Websites gefunden, auf der eine ganze Serie zu sehen war, dann habe ich sie mir dort fertig angesehen. Und wenn es Filme nicht auf Netflix oder Disney+ gab, habe ich sie mir auf einer Film-Streamingseite angesehen, oder auch Sportübertragungen, wenn sie von keinem Fernsehsender gezeigt wurden. Ich höre von diesen Seiten hauptsächlich von Freunden und suche auch einfach selbst nach Möglichkeiten, Inhalte zu sehen.

Ungeeignete Inhalte als Folge von digitaler Piraterie

Mit ungefähr 14 habe ich mir auf einem Laptop meiner Schule „How I Met Your Mother“ auf einer inoffiziellen Seite angesehen. Eine Menge Viren wurden auf meinen Laptop geladen, die ihn verlangsamt haben. Ständig ploppten Werbungen auf und es war richtig nervig, auf dem Laptop zu arbeiten. Ich hatte damals ein wenig Angst, dass ich Ärger bekommen könnte, weil viel pornografische Werbung dabei war, was für eine 14-Jährige natürlich nicht so toll ist.

Ich habe es meinen Eltern nach ein oder zwei Tagen erzählt. Vorher habe ich versucht, sie selbst loszuwerden, aber ich wusste nicht wie. Mein Papa hat ein Antivirusprogramm über den Laptop laufen lassen, was die Sache geregelt hat. Er bat mich, es nicht wieder zu tun und in Zukunft vorsichtiger zu sein. Ich habe jetzt aufgehört, Inhalte auf solchen Seiten anzusehen. Wenn mein Papa das Programm nicht schon gehabt hätte, hätten wir es für Geld kaufen müssen, und wenn meine Schule den Schaden bemerkt hätte, hätte das noch größere finanzielle Auswirkungen für uns gehabt.

Hacking in das Konto bei sozialen Medien

Ich hatte auch Schwierigkeiten mit 15 oder 16. Ich habe mir etwas auf dem Handy angesehen und wieder ploppten einige Anzeigen auf und dieselben Probleme sind aufgetreten. Ich weiß nicht mehr, ob es dieselbe Website war, aber es war so etwas Ähnliches. Danach wurden einige meiner Beiträge auf Instagram gelöscht und Spam wurde von meinem Messenger aus an einige Leute geschickt, dass sie „einen Preis gewonnen“ hätten. Ich konnte die Instagram-Beiträge nicht zurückbekommen und ich musste allen Leuten in meinem Posteingang schreiben, dass sie nicht auf die Links klicken sollten. Ich habe daraus wirklich etwas gelernt, denn das ist wahrscheinlich etwas, das nicht passiert wäre, hätte ich das Richtige getan und mir den Inhalt auf einer legalen Website angeschaut.

Unterstützung von Familie und Schule

Zum Glück ist nichts allzu Schlimmes mit meinen Eltern und der Schule passiert. Weil ich so jung war, war da natürlich eine gewisse Scham und Sorge, dass es Konsequenzen haben würde, aber sie haben einfach dafür gesorgt, dass ich daraus lerne und so etwas nicht mehr mache. Es ist ein ziemlicher Schock, wenn man erkennt, dass es einen so schlimm treffen kann, besonders wenn man jung ist. Und es fühlte sich seltsam an zu wissen, dass jemand in meinem Instagram-Konto war, also habe ich alle meine Passwörter geändert.

Natürlich bin ich wütend auf die Leute, die mich gehackt haben. Die Werbung verstehe ich, aber ich weiß nicht wirklich, warum sie meine Beiträge auf Instagram gelöscht haben. Es ist richtig nervig und unangenehm. Ich fühle mich aber hauptsächlich selbst dafür verantwortlich, da es eine Piraterie-Website war. Es ist meine Schuld, weil ich etwas Illegales getan habe. Ich bezahle jetzt auf jeden Fall bereitwilliger für Inhalte und meide Piraterie-Seiten, weil sie nicht ideal für die Leute sind, die den Inhalt gemacht haben. Ich weiß, dass es einen Grund gibt, warum manches in meiner Region nicht verfügbar ist. Wenn ich also meinem jüngeren Selbst einen Ratschlag geben müsste, würde ich ihm sagen, dass es auf solchen Seiten vorsichtig sein und sie nicht zu oft verwenden sollte, oder einfach warten sollte, bis das Material im eigenen Land verfügbar ist.

Ressourcen

Besuchen Sie das Beratungszentrum The Dangers of Piracy, um weitere Unterstützung zu erhalten

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